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Tiergesundheit

Gepostet am 4. Februar 2017 um 0:15

Würmer suchen immer einen Wirt

 

Bei dem Gedanken an einen Wurmbefall schüttelt es mich jedesmal und ich finde es regelrecht ekelig. Denn ein Wurmbefall bei Katzen ist nicht nur unangenehm, sondern kann auch durchaus schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben, vor allem bei jungen Tieren.


Und trotzdem bemerke ich, dass bei vielen Tierhaltern noch zuviel Unwissenheit darüber herrscht, wie oft eigentlich entwurmt werden soll.


Was viele nämlich nicht wissen: eine Wurmkur wirkt nur 24 Stunden lang. In dieser Zeit sorgt sie für die Zerstörung von allen Würmern im Körper des Tieres. Das Tier ist wurmfrei.


Direkt nach diesen 24 Stunden kann die Katze sich jedoch erneut "anstecken", durch abgelegte Wurmeier, die durch Spielen mit anderen Tieren aufgenommen werden oder beim Schnüffeln auf Wiesen und Feldern.


Diese aufgenommenen Wurmeier benötigen dann ca. drei bis fünf Wochen im Körper der Katze bis sich wiederum vollständig entwickelte Würmer angesiedelt haben und das Tier dadurch erneut ansteckende Wurmeier ausscheidet.


Eine Wurmkur hat somit keinerlei vorbeugenden Schutz! Einen sicheren Schutz bietet sie lediglich für 4 Wochen.


 

WIE WERDEN WÜRMER ÜBERTRAGEN?


Tiere, die Würmer haben, scheiden über den Kot Eier aus, die in wenigen Tagen zu infektiösen Wurmeiern heranreifen.Die Übertragung erfolgt meist ganz unbemerkt. Sogar zu Hause! Damit ist auch die Infektion der reinen im Haus lebenden Katze nicht ausgeschlossen!


Infektiöse Eier können nämlich auch von uns Menschen ins Haus getragen werden, zum Beispiel unter den Schuhen.

Katzen sind in Deutschland vor allem von Spulwürmern, Hakenwürmern und Bandwürmern betroffen.


WELCHE KATZENWÜRMER SIND AUF MENSCHEN ÜBETRAGBAR?


Bei einigen typischen Wurmarten, die Katzen befallen, handelt es sich um sogenannte Zoonose-Erreger. Als Zoonose werden Krankheiten bezeichnet, die von Tier zu Mensch und umgekehrt übertragbar sind. Diese Übertragung vollzieht sich per Schmutz- oder Schmierinfektion, also wenn Menschen in direkten Kontakt mit den Eiern oder Larven der Würmer kommen.


Spulwürmer: Am häufigsten ist beim Menschen die Übertragung des Spulwurms.


Kinder stecken sich vor allem in mit Katzenkot verunreinigten Sandkästen an. Eine Infektion verläuft zunächst unauffällig und verursacht kaum Symptome.


Bei starkem Befall können diese Würmer Magen-Darm-Beschwerden und Verdauungsprobleme bei Menschen verursachen. Bei Kindern können auch allergische Reaktionen eine Rolle spielen (Nesselsucht). In seltenen Fällen können die Larven auch auswandern und innere Organe besiedeln.


 

KANN WURMBEFALL BEI KATZEN SCHÄDEN ANRICHTEN?


Jeder Wurmbefall beansprucht das Immunsystem des Tieres. Teilweise unterdrücken Würmer auch bestimmte Anteile des Immunsystems, die für die Abwehr gegen Viren und Bakterien wichtig sind.


Wurmkuren sollten daher zwei bis drei Wochen vor einer Impfung erfolgen, da das Immunsystem durch den Wurmbefall schon stark beansprucht wird. Diese körpereigenen Abwehrkräfte werden dann für die eigentliche Impfung benötigt.


Auch bei der Katze kann es bei starken Wurmbefall zu erheblichen Magen-Darmproblemen kommen, zu Durchfall, Erbrechen und weiterführend zu Nährstoffmangel. Die Folge sind dann ein stumpfes Fell, Abmagerung, Wachtumsstörungen oder andere Mangelerscheinungen.


 

WIE OFT SOLL EINE KATZE ENTWURMT WERDEN?


Bei ausgewachsenen Tieren, die einem durchschnittlichen Risiko ausgesetzt sind, geht man davon aus, dass eine Entwurmung vierteljährlich ausreichen ist.


Ist das Risiko allerdings höher, oder besteht ein besonderer Hygienewunsch, wenn zum Beispiel Kinder mit im Umfeld des Tieres leben oder immungeschwächte Personen, dann sollte man durch einen monatlichen Intervall dafür sorgen, dass das Tier garantiert keine Wurmeier ausscheidet.


Wer nun denkt, dass durch die Zuführung der Chemiekeulen die Darmflora der Katze gestört wird, kann mit alternativen Mitteln diese unterstützen.


Oder wer außerhalb eines sicheren Wurmbefalls nicht entwurmen möchte, kann den Kot seiner Katze in gleichen Abständen untersuchen lassen. Eine Entwurmung findet in dem Fall nur dann statt, wenn Würmer im Kot des Tieres nachgewiesen werden. Auf diese Weise vermindert man die Anzahl der chemischen Entwurmung auf ein absolutes Minimum.


Wie notwendig das Entwurmen ist, hat sich bei unserer Katze Anna gezeigt, die wir im Januar halb verhungert und in einem ganz erbärmlichen Zustand aufgefunden hatten.


Sie zeigte einen erheblichen Befall durch Spulwürmer, die sich wohl über einen sehr langen Zeitraum in ihr vermehren konnten und zu ihrem schlechten Allgemeinzustand beigetragen haben. Bis heute benötigt sie immer noch alle vier bis sechs Wochen ein Wurmmittel, da in diesen Abständen Spulwürmer von ihr weiterhin erbrochen werden. Ein Kreislauf, den wir hoffentlich irgendwann durchbrechen können.

 

Kot von Anna nach der ersten Gabe Wurmkur. Insgesamt kamen zwei oder dreimal solche Ladungen abgestorbener Spulwürmer aus der Katze heraus.



Anna halb verhungert und mit Endo- und Ektoparasiten belastet. Unser Tierarzt hatte dem armen Tierchen bei Auffinden keine fünf Prozent Lebenschance mehr eingeräumt.




 

Anna Heute: sie ist wieder wohl proportioniert.



 

Allerdings hat der erhebliche Wurmbefall seinen Tribut gezollt. Nach Leberversagen mit erheblicher Gelbsucht und einer dadurch hervorgerufenen Ammoniakvergiftung, welche das Gehirn geschädigt hat, konnte sie zeitweise nicht mehr selbstständig laufen und fressen. Lediglich die Kontrolle über Stuhlgang und Urin war noch vorhanden. Mit einem eisernen Überlebenswillen hat sich die achtjährige Katze Stück für Stück regeneriert. Sie kann wieder laufen, obgleich sie noch Gangunsicherheiten zeigt und unter Stress orientierungslos im Kreis läuft und ihr Gehör ist seit dem Vorfall gänzlich weg. Trotz dieses Handycaps ist sie eine zufriedene und gemütliche Katze, die nun bei uns ihr restliches Leben friedvoll und gut versorgt verbringen darf.

 


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